14. Gebirgstälerlauf in Oberstdorf

12. Mai 2013 – 14. Gebirgstälerlauf in Oberstdorf

Gebirgstälerlauf

Mein zweiter Wettkampf begann eigentlich schon am Freitag, denn ich hatte am Freitag noch einen wichtigen Arzttermin beim HNO. Seit meinem letzten Wettkampf in Bad Wörishofen hatte ich ständig eine “volle” Nase, Atemschwierigkeiten und Kopfschmerzen. Um abklären zu lassen, ob es eine Erkältung ist oder vielleicht doch “nur” die Allergie, die jetzt gnadenlos zuschlägt…! Der Arzttermin war erfolgreich, denn die Ärztin ist der Meinung, dass die Allergie hier eine wesentliche Rolle spielt. Daher steht dem Wettkampf (außer die Beschwerden halt… ;-) ) nichts mehr im Wege. Demnächst nur die Medikamente holen, die mir den Umgang mit der Allergie in Zusammenhang mit dem Sport erleichtern sollen und schon soll alles gut werden… :-)

Nun aber zum Wettkampf; wir – also Helmut und ich – haben uns vor noch nicht allzu langer Zeit in Oberstdorf angemeldet. Die Anmeldung war online möglich und ging, da über ein bekanntes Online-Buchungsportal (abavent –> Link) abgewickelt. Das Startgeld in Höhe von 21,– EUR p.P. wurde bequem vom Konto abgebucht und die Bestätigung gab’s via Email zum Ausdrucken! Fing also gut an, jetzt musste nur der Lauf noch schön werden… ;-)

Es ist Sonntag, 12. Mai 2013; die Tage vorher waren anstrengend, nichts desto Trotz rief der Wecker zum Aufstehen, so dass wir zeitgerecht zum Abholen unsere Startnummern in Oberstdorf sind. Das Wetter ist eher schlecht voraus gesagt, was uns in puncto “Hund mitnehmen” eher beruhigte. Denn ist das Wetter schlecht, kann der Hund gemütlich im Auto ruhen, während wir uns abmühen.
Nach dem Aufstehen kurz frühstücken und schon sitzen wir im am Vortag gepackten Auto und sind in Richtung Allgäu unterwegs. Noch ist alles trocken; wir hoffen, dass es hält…Nach ca. 1 Std. 30 min. sind wir in Oberstdorf und suchen nach den Örtlichkeiten um unsere Unterlagen, die Startnummer und den Transponder in Empfang zu nehmen. Da kommt nun der Unterschied zu den ganz großen Laufveranstaltungen zum Tragen; diese sind meist zentral, in irgend einer Sportstätte und gut ausgeschildert. Hier in Oberstdorf geht man augenscheinlich davon aus, dass sich jeder im Ort auskennt und weiß, wo das Oberstdorfer-Haus ist… – Ausschilderung Fehlanzeige. Aber wir sind nicht umsonst beides Soldaten, natürlich haben wir das Haus schnell gefunden. Also rein ins Oberstdorfer-Haus, ab in den ersten Stock und in kuschelig familiärer Atmosphäre die Startunterlagen abgeholt. Das dauerte keine 5 min., denn es ist alles bestens organisiert.

Wir hatten nun noch einige Zeit bis zum Start (Damen starten hier 15 min. vor den Männern, was ich erst nicht verstanden habe), diese vertrieben wir uns indem wir uns die Örtllichkeiten rund um den Start anschauten und uns noch umzogen. Was ziehen wir bloß an; es hatte ca. 7° und es bestand die Gefahr, dass es noch anfängt zu regnen… also lang oder kurz, oder vielleicht doch ‘ne Mischung aus Beidem. Ich entschied mich für lang (ich hatte meine kurze Laufhose auch zuhause vergessen) und es sollte sich als “gut gewählt” herausstellen.
Dann war es soweit…, noch 5 min. bis zum Damen-Start! Ich war wie immer super aufgeregt und wenn ich mich im Starterfeld umschaute, wurde die Aufregung nicht weniger. Super fitte Läuferinnen, die in diesen Gefilden scheinbar zuhause sind – will sagen, erfahrene Bergläuferinnen… oh, sch***e ich werde heute LETZTE!!! :-0

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Ich stelle mich ganz hinten an und schon geht der Zug ab; erst eine Runde durch den Ort und dann ging’s auf die Strecke! Schon auf den ersten Metern sind die Läuferinnen los gestürmt und ich dachte nur, was geht hier denn ab… Aber das sollte sich im Laufe des Wettkampfes relativieren… ;-)

Die Runde durch Oberstdorf ist absolviert und mein Puls geht ab, wie ein Ferrarimotor bei Vollgas. Ich lasse kurz abreißen, um meinen Puls zu beruhigen… und das schon nach noch nicht mal 500 m… :-(
Mein Puls beruhigt sich etwas und ich gebe wieder Gas; der Anschluss ist schnell wieder gefunden und nach 1 km macht der Lauf dem ersten Teil seines Namens gleich mal alle Ehre. Gebirge… aha, ein Berglauf. Irgendwie habe ich mich mehr auf den zweiten Teil des Namens  (die Täler) konzentriert und dabei komplett ausgeblendet, dass wir im “Tal” starten und um wieder ins Tal laufen zu können, erst mal nach oben mussten. Zwischen Km 1 und Km 2 geht’s also anständig hoch und die Geschichte mit meinem Puls habe ich ausgeblendet. Bringt nichts, wenn ich mich davon jetzt verrückt machen lasse, dann komme ich wirklich als Letzte ins Ziel… – niemals!!! Ich bin nun ca. 3 km unterwegs und denke an den Männerstart; wann wird mich der erste Mann wohl überholen und wie geht’s meinem Schatz am Start?!
Er hat mich später erzählt, dass er in der Startaufstellung stand und den Sprecher sagen hörte, dass eigentlich super Laufwetter herrschen würde und der Regen auch ausbleiben würde, bis zum Ende des Laufes… ha ha ha… – kaum hatte er es ausgesprochen, da fing es an so richtig zu regnen; mit Wind, riesigen Tropfen und Kälte! Hoffentlich schneit’s nicht noch… ;-)
Ich befinde mich auf Km 4 und es läuft rund; ich habe schon die ein oder andere Läuferin überholt, die wohl etwas zu schnell angegangen sind. Es geht vorbei an einem schönen tief blauen See und einem Hotel – mitten in der Landschaft, da sollte ich mal Urlaub machen! Ich laufe weiter; km 5 – km 6 und dann war es soweit, der Führende der Männerwertung stürmt an mir vorbei; ich habe auf den “scharfen Hund” gewartet, der augenscheinlich hinter ihm her sein musste, so schnell wie er war… :-) , aber der kam nicht. Lass Dich davon jetzt nicht aus der Ruhe bringen und laufe weiter, sagte ich mir und das tat ich auch. Bislang ging’s eigentlich nur bergauf, bis auf einige “Unebenheiten”, die man als kurze Gefällestücke bezeichnen könnte.  Ich bin bei Km 8 und laufe durch ein paar Häuser; Läuferinnen kommen mir entgegen, was ein untrügliches Zeichen dafür war, dass die Wendemarke und damit die zweite Verpflegungsstelle nicht mehr weit sein konnte… und da war sie dann auch – bei Km 9! Ich nehme einen Becher Wasser – bloß kein Iso-Getränk, da fängt mein Bauch wieder an zu toben – und trinke im Laufen. Nicht stehen bleiben; bleibe ich stehen, geht mein Laufrythmus verloren…
Ich nehme wieder Fahrt auf und bei Km 10 kommt mein Lieblingsstück des Laufes; durch den Wald, auf einem schmalen Waldweg, am Hang! Viele Steine und Wurzeln erforderten meine ganze Aufmerksamkeit, aber auch die der anderen Läuferinnen. Ich konnte einige Plätze gut machen und kam gut voran. Km 11 – gut die Hälfte ist geschafft und nun kommt einem das lange Bergauf-Laufen “entgegen”! Es ging immer häufiger bergab… :-)

Bis Km 15 ging’s flott voran, dann kam die letzte Verpflegungsstation. Einige Läufer und Läuferinnen sprachen von einer Steigung die noch kommen sollte und ich war gespannt, denn das Höhenprofil hab’ ich mir tatsächlich nicht so ganz genau angeschaut.
Tatsächlich, wir biegen ab über eine Brücke und laufen an einem Bergbach entlang; fast unmerklich ging es immer steiler bergauf und irgendwann merkte man, dass man erheblich langsamer geworden ist. Es wurde noch etwas steiler…; die ersten beginnen zu gehen – ich zwang mich weiter zu laufen; langsam – aber ich lief! :-)
Nach etwas mehr als einem Kilometer war die Steigung geschafft und nun galt es die Reserven für die letzten 4 Kilometer zu aktivieren.
Ich merke die Läufe der letzten Tage, die Bergmärsche der letzten Woche und nicht zuletzt den Halbmarathon von vor einer Woche…; egal – weiter geht’s!
Km 19… es geht bergab, steil bergab. Ich muss langsamer werden, um noch bewußt und kontrolliert die Füße aufsetzen zu können. Aber das Gefälle tat gut, denn es spart halt doch etwas Kraft. Km 20 – noch einen Kilometer… ich nehme alles zusammen, was ich habe und versuche noch Plätze gutzumachen. Ein, zwei Frauen konnte ich noch überlaufen… und da war dann das Ziel! Geschafft!!! :-) :-) :-)
Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass ich unter zwei Stunden geblieben bin. Ich bin zufrieden und stolz… fast 15 min. schneller als noch vor einer Woche in Bad Wörishofen. Und das bei dem Gelände… 515 HM – teilweise sehr unebene Waldwege und das widrige Wetter.

Ergebnis Gebirgstälerlauf

Etwa 10 min. später ist mein Schatz im Ziel und auch er hat eine gute Zeit erreicht.

Jetzt schnell umziehen, bevor wir uns noch erkälten und uns gegenseitig vom Lauf erzählen. Da wir nicht alleine beim Umziehen waren, kommt man auch schnell ins Gespräch mit den anderen LäuferInnen. Welches Schuhwerk, wie war der Lauf, ganz schön schlechtes Wetter, nächstes Jahr wieder… ?
Ach ja, unsere T-Shirts haben wir auch noch abgeholt und es waren sogar noch von allen Größen Shirts da. Perfekt! Ich nehme… XS *grins

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Fazit:
Landschaftlich sehr schöner Lauf, den wir gerne bei besserem Wetter gelaufen wären. Gutes Läuferfeld, da viele Bergläufer mit am Start sind!
Perfekte Organisation, obwohl mit etwas über 400 Startern ein eher kleiner Lauf. Aber mal abgesehen von der Ausschilderung zu den Startunterlagen, war ich echt überzeugt, von der Orga. Reibungsloser Ablauf und freundliche Helfer!
Nur die Verbindung zu Petrus sollte überprüft werden… ;-) das geht besser!!!
Note: Empfehlenswert, aber anspruchsvoll! :-)

Bilder zum Lauf findet ihr hier –> Link

Laufauswertung folgt! (hab’ meinen Stick zum Downloaden der Daten zuhause gelassen)

Wir fuhren weiter nach Sigmaringen; heute ging’s dann von dort nach Karlsruhe zum Lauf-Lehrgang!
Der nächste Wettkampf findet am 02. Juni 2013 in Immenstadt (Allgäu) statt. Wieder ein Halbmarathon… wir freuen uns schon drauf! :-)

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